Inschriften
Beestener waren dreisprachig
Nach längerer Regentschaft der niederländischen
Oranier in der Grafschaft Lingen rissen die Preußen im Jahre 1702 mangels eines
niederländischen Erben die Grafschaft Lingen an sich. Bis dahin galt in unserem
Raum "Niederländisch" als Amtssprache. Durch die starken
Handelsverbindungen der Beestener Tödden hatte sich die holländische
(niederländische) Sprache recht gut eingebürgert. Sie wurde auch in der Schule
weiterhin gelehrt (sogar noch bis 1860).
Ab 1702 trat als Amtssprache an die niederländische die deutsche
Schriftsprache. Das die Beestener neben dem täglichen Plattdeutsch die deutsche
und weiterhin die niederländische Schriftsprache nutzten, zeigen drei
Inschriften auf dem Hof Weemeyer.
In einem kurzen Balken teilter der Hofbesitzer beim Bau des Hauses im Jahre 1751
in deutsch mit, dass er, Jan Weemeyer, Kaufhändler in Südholland ist und
zusammen mit seiner Ehefrau Aleid Buscher, das Haus im Jahre 1751 bauen ließen.
Weitere zwei Balken aus dem gleichen Jahre tragen folgende Inschriften:
1. "Meister Jan Berent Kamp - Wy bidden U Heere dat gy deses Wooninge
besoeken en alle Listen des Vyandste verdryven dat Uwe Heylige Engelendaer in
woonen omons in Vrede te be waren" (Wir bitten Euch, Herr, dass Ihr diese
Wohnung besucht und alle Listen des Feindes vertreibt, dass Eure heiligen Engel
darin wohnen, um uns in Frieden zu bewahren.
2. "Anno 1751 den 14. Julius: Den Tydt is kort de Doet is snel wagt U van
Sonden so doet gy wel: Dirk Weeymeyer Vater dieses Hauses" (Aufgerichtet am
14. Juli 1751. Die Zeit ist kurz, der Tod ist schnell, bewart Euch vor Sünden,
so tut Ihr gut)